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Medizin 5

Direktor:
Prof. Dr. med. Andreas Mackensen
Medizin 5, Uni-Klinikum, Onkologie

Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt zur Immuntherapie bei Leukämien

Medizinische Klinik 5 erhält 600.000 Euro aus dem Max-Eder-Programm – Ziel: Bessere Chancen nach Knochenmarktransplantation – Nachwuchswissenschaftler schlagen Brücke zwischen Grundlagenforschung und Behandlung
Prof. Dr. Evelyn Ullrich

ERLANGEN – Die Leukämie wird oft „Blutkrebs“ genannt, das trifft es aber nur ungenau. Der Krebs sitzt vielmehr dort, wo das Blut gebildet wird: im Knochenmark. Hier reifen normalerweise die weißen Blut-körperchen so lange heran, bis sie ins Blut abgegeben werden. Bei einer Leukämie ist dieser Prozess gestört. Die unreifen Vorstufen entwickeln sich nicht weiter, sondern teilen und vermehren sich unkon-trolliert. Als Krebszellen überschwemmen sie das Knochenmark und behindern die normale Blutbildung.

Die Behandlung der Leukämie zielt darauf, die Krebszellen zu zerstören oder zumindest zurückzudrän-gen. Standard ist die Chemotherapie, oft ergänzt durch eine Bestrahlung. Dadurch werden aber nicht nur die Krebszellen vernichtet. Die gesamte Blutbildung und die körpereigene Abwehr kommen zum Erliegen. Um zu überleben, braucht der Patient eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation. Dazu werden einem Spender Knochenmark oder Stammzellen entnommen. Diese „Mutterzellen“ der Blutbildung wandern ins Knochenmark des Empfängers und beginnen dort, gesunde Blutzellen zu pro-duzieren.

Mit der Knochenmarkspende werden gleichzeitig auch Abwehrzellen des Spenders übertragen. Sie lö-sen zwei Reaktionen aus. Zum einen greifen sie die noch überlebenden Krebszellen des Empfängers an. Diese durchaus erwünschte Wirkung wird Graft-versus-Leukemia genannt: Spender-gegen-Leukämie-Effekt. Die zweite Reaktion dagegen ist unerwünscht: Die Abwehrzellen des Spenders können auch das „fremde“, jedoch gesunde Gewebe des Empfängers angreifen. Diese Reaktion wird Graft-versus-Host genannt: Spender-gegen-Empfänger-Reaktion. Sie ist eines der größten Probleme bei Knochenmark-transplantationen.

Hier setzt das Forschungsprojekt der Uni Erlangen an. Das Ziel ist, die unerwünschte Abstoßungsreak-tion zu verhindern, ohne gleichzeitig die erwünschte Wirkung auf Krebszellen zu verlieren. Studien konn-ten zeigen, dass der Graft-versus-Leukemia-Effekt durch natürliche Killerzellen des Spenders hervorge-rufen wird. Sie sind eine Untergruppe der Abwehrzellen, erkennen Krebszellen und töten sie rasch ab. Gesunde Zellen bleiben verschont. Es gibt eine ganze Familie von natürlichen Killerzellen. Sie unter-scheiden sich an ihrer Zelloberfläche, an der verschiedene Moleküle sitzen. Im Forschungsprojekt wird untersucht, welche „Familienmitglieder“ der natürlichen Killerzellen möglicherweise die unerwünschte Spender-gegen-Empfänger-Reaktion unterdrücken. Diese könnten gezielt aktiviert werden und so die Überlebenschancen der Leukämiepatienten verbessern.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Forschergruppe von Prof. Evelyn Ullrich. Sie stellt dafür 600.000 Euro aus dem Max-Eder-Programm zur Verfügung, das hochqualifizierte junge Krebsspezialis-ten fördert. Prof. Ullrich ist seit einem Jahr Juniorprofessorin für Zelluläre Immunregulation an der Fried-rich-Alexander-Universität Erlangen. „Wir freuen uns sehr über diese Zusage! Ziel ist es, neue Ansätze zu entwickeln, die die Chancen von Patienten mit Leukämien nach Transplantation verbessern könn-ten“, so Prof. Mackensen, Direktor der Medizinischen Klinik 5, und Prof. Ullrich. Damit wäre der Sprung von der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung geschafft.

Ansprechpartner für die Redaktionen:

Universitätsklinikum Erlangen
Medizinische Klinik 5 - Hämatologie und Internistische Onkologie
Prof. Dr. Evelyn Ullrich
Telefon: 09131 85-43091
E-Mail: evelyn.ullrichatuk-erlangen.de


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Telefon: 09131 8842-16
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