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Medizin 5

Direktor:
Prof. Dr. med. Andreas Mackensen
Medizin 5, Uni-Klinikum, Onkologie

Elektronen-Stau in Leukämiezellen

PD Dr. Dimitrios Mougiakakos erhält für seine wissenschaftliche Arbeit den Vincenz-Czerny-Preis für Onkologie

Für seine wissenschaftliche Arbeit über Behandlungsmöglichkeiten bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) erhielt PD Dr. Dimitrios Mougiakakos von der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen) des Universitätsklinikums Erlangen den Vincenz-Czerny-Preis für Onkologie 2014 – einer der bedeutendsten deutschen Wissenschaftspreise im Bereich Hämatologie und Onkologie. Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) nahm der Erlanger Mediziner die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung nun in Hamburg entgegen. Dimitrios Mougiakakos weist in seinem Paper "Mitochondrial metabolism contributes to oxidative stress and reveals therapeutic targets in chronic lymphocytic leukemia" die Wirksamkeit von Benzodiazepin, einem angstlösenden Arzneimittel, bei chronisch lymphatischer Leukämie nach.
Der geschäftsführende Vorsitzende der DGHO, Prof. Dr. Mathias Freund (r.), übergibt den Vincenz-Czerny-Preis für Onkologie an PD Dr. Dimitrios Mougiakakos. Foto: DGHO

Bei chronisch lymphatischer Leukämie weisen betroffene Zellen einen veränderten Stoffwechsel auf. Die Mitochondrien, die als Kraftwerke der Zelle gelten, zeigen eine gesteigerte Aktivität und setzen dadurch viele Sauerstoffradikale frei. Diese schwächen das Immunsystem der Patienten. PD Dr. Mougiakakos und seinem Team gelang es, die verstärkte Zellatmung zu nutzen, um CLL-Zellen gezielt auszuschalten. Dafür diente der Arbeitsgruppe ein chemisch modifiziertes Benzodiazepin, ein Schlaf- und Beruhigungsmittel. Dieses lagert sich in den Mitochondrien ein und löst dort einen "Elektronen-Stau" aus, den die CLL-Zellen nicht kompensieren können und dadurch absterben.

CLL ist die häufigste Leukämieform im Erwachsenenalter. Derzeit lässt sich die Krankheit nur mit einer Stammzelltransplantation eines Fremdspenders kurativ behandeln. Diese Therapie gilt jedoch als äußerst intensiv und kann nicht bei allen Patienten angewendet werden.

Der Vincenz-Czerny-Preis für Onkologie geht zurück auf den im Jahr 1916 verstorbenen Onkologen Vincenz Czerny und wird von der DGHO jährlich für herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die sich mit klinischen, experimentellen oder theoretischen Fragen der Onkologie befassen.

Weitere Informationen:

PD Dr. Dimitrios Mougiakakos
Tel.: 09131 85-39544
dimitrios.mougiakakosatuk-erlangen.de

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